Das erste offizielle Spiel in der Vereinsgeschichte von Hagen United ist in die GeschichtsbĂŒcher eingegangen, eine 2:5-Niederlage gegen den SSV Hagen III – nun steht ein weiterer Meilenstein fĂŒr den Klub der FlĂŒchtlingskicker an.

Erstes Heimspiel

Das erste Heimspiel auf dem Sportplatz Waldlust steht fĂŒr das Team rund um Spielertrainer AndrĂ© SĂ€nger  am morgigen Sonntag, 6. MĂ€rz, an. Doch von einem richtigen Heimvorteil auf dem Ascheplatz in Wehringhausen kann man nicht sprechen, denn mit Roter Stern Wehringhausen ist ein weiterer Hauptnutzer des Platzes zu „Gast“.

Dann wird auch Meddah Ouadah wieder seine Fußballschuhe schnĂŒren. Der 35-JĂ€hrige floh aus seiner algerischen Heimat in die Bundesrepublik.

Kurze Flucht

Im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler war er verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurz unterwegs. Nur drei Tage dauerte es, bis er in Deutschland landete. Mit dem Boot ging es aus Algerien nach Frankreich und von dort mit dem Auto weiter in die Bundesrepublik. Der letzte Zwischenstopp war in Straßburg, ehe nach Dortmund kam.

Aus dem Herzen des Ruhrgebiets ging es dann aber nicht direkt in die Volmestadt, sondern ĂŒber den Umweg Kleve und Stukenbrock. Bei diesen vielen Transfers lernte er bereits ein paar von seinen heutigen Mitspielern kennen.

Mit einer Mischung aus Mischung aus Deutsch, Französisch und Englisch kann er sich bereits gut verstÀndigen.

Vorbild fĂŒr junge Mitspieler

Die deutsche Sprache zu lernen ist sein großes Anliegen. Im GesprĂ€ch mit den Mitspielern gehört er zu denjenigen, die immer wieder versuchen, in die Sprache der neuen Heimat zu wechseln. Im Laufe so einer Unterhaltung fließen immer mehr Brocken ein. Damit ist er auch auf Grund seines Alters ein Vorbild fĂŒr die jĂŒngeren Spieler. Stolz trĂ€gt er auch die MĂŒtze mit dem Hagener Stadtwappen – ein Zeichen seiner Verbundenheit mit der Stadt.

Über Freunde ist er zu Hagen United gekommen, dem einzigen Verein deutschlandweit, der extra fĂŒr FlĂŒchtlinge gegrĂŒndet wurde.

Es macht Meddah viel Spaß, in Deutschland zu kicken, denn auch in seiner Heimat spielte er Fußball. Beim algerischen Zweitligisten CA Bordj Bou ArrĂ©ridj schnĂŒrte er bereits seine Fußballschuhe. FĂŒnf Jahre gehörte er zur ersten Mannschaft.

Seine Position ist das offensive Mittelfeld. Er sieht sich als Spielgestalter, als „Nummer Zehn“, wie er selbst sagt.

Neue Familie bei United gefunden

Am 8. Oktober 2015 kam er in Deutschland an, seit ein paar Monaten gehört er zu der Familie von Hagen United. Er selbst hat keine Familie mehr, ist alleine aus Algerien nach Deutschland gekommen.

Er hofft dauerhaft in Hagen bleiben zu können. Auch wenn es mit der Sprache noch nicht ganz so gut klappt, der nach oben gereckte Daumen lÀsst keine Zweifel, was er von seiner neuen Heimat hÀlt.

Text: Heiko Cordes

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